Viele Anbauer, die in Innenräumen oder vertikal anbauen, stellen von ihren bisherigen Beleuchtungssystemen auf LEDs um, ganz einfach weil die LED-Technologie enorme Vorteile hinsichtlich der Kapitalrendite bietet und dabei mit geringeren Kosten, weniger Komplikationen und einem geringeren Haftungsrisiko verbunden ist. Es ist allgemein bekannt, dass LEDs im Vergleich zu HPS-Lampen bei gleicher Stromaufnahme mehr Licht und weniger Wärme erzeugen.
Die von der Zusatzbeleuchtung abgegebene Wärme stellte früher ein großes Hindernis für vertikale Landwirte dar. Das HPS-Spektrum enthält nämlich erhebliche Strahlungswärme in Form von Infrarotstrahlung (IR), die von den Pflanzen als Wärmeenergie in Form von Wellenlängen aufgenommen wird (ähnlich wie bei einer Wärmelampe in einer Sauna). Die zusätzliche Wärme der HPS-Beleuchtung erwärmt die Blätter direkt und führt beim Ausschalten der Lampen zu stärkeren Temperaturschwankungen, was entweder zu Hitzeschäden oder zu Feuchtigkeitsproblemen führen kann.
LED-Leuchten lösen diese Probleme, da sie nur geringe Mengen an Infrarotstrahlung in ihrem Spektrum abgeben. LEDs geben Wärme hauptsächlich durch Konvektion ab und erwärmen die Luft über den Leuchten – wobei die Wärme nach oben abströmt –, ohne die Pflanzen direkt zu verbrennen. Die LED-Lösungen von Fluence sind für eine passive Kühlung mittels natürlicher Konvektion ausgelegt, sodass kein Lüfter erforderlich ist. Dies ist entscheidend, da LEDs eine optimale Lebensdauer von etwa 50.000 Stunden aufweisen, während moderne Lüftertechnologie deutlich früher ausfällt. Das bedeutet, dass LEDs, die auf aktive Kühlung angewiesen sind, nicht nur früher ausfallen, sondern auch weniger Leistung für die PPFD bereitstellen.
Bei der Umstellung auf LEDs sind einige Anpassungen der Umgebungsbedingungen erforderlich. So gedeiht beispielsweise mit LEDs beleuchtetes Cannabis bei einem höheren Temperatursollwert besser als mit HPS-Lampen beleuchtetes Cannabis, da das HPS-Spektrum einen erheblichen Anteil an Infrarotstrahlung enthält, die die Blätter der Pflanzen direkt erwärmt. Die Pflanzentemperatur – und nicht die Lufttemperatur – bestimmt die physiologischen Funktionen; daher ist es bei niedrigeren Blatttemperaturen unerlässlich, die Lufttemperatur zum Ausgleich zu erhöhen.
Bei den meisten LED-Nachrüstungen funktioniert das vorhandene Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Entfeuchtungssystem (HVACD) des Anbauraums gut. Sofern das System zuvor nicht unterdimensioniert oder ungeeignet war – oder Sie auf eine mehrstufige Anlage mit zusätzlicher Biomasse umsteigen –, besteht selten die Notwendigkeit, Ihr HVACD-System zu ändern. Möglicherweise müssen Sie die Einstellungen Ihres HVACD-Systems anpassen, um der geringeren Auslastung der Klimaanlage bei LED-Beleuchtung Rechnung zu tragen.
Die Einführung fortschrittlicher LED-Technologie hat es Züchtern im Innenanbau ermöglicht, Leuchten nicht nur über, sondern auch direkt innerhalb ihrer Pflanzenkronen zu positionieren, um eine maximale Lichteinstrahlung und ein optimales Wachstum zu erzielen. Noch vor nicht einmal einem Jahrzehnt wäre dieses Konzept als verrückt gegolten, doch heute ermöglichen es LEDs den Züchtern, ihre Anbaufläche und ihr Ertragspotenzial durch hohe PPFD-Werte über mehrere Ebenen hinweg zu maximieren.
LEDs sind nicht nur beliebt, weil sie Geld sparen und den Ertrag steigern – sie sehen auch einfach cool aus. Wenn Sie Ihre Indoor-Anlagen mit LEDs, mehrstufigen Anzuchtbänken oder beidem aufrüsten möchten, können Sie in unserem umfassenden Online-Leitfaden zum Thema „Nachrüstung von Indoor-Anlagen“ mehr darüber erfahren oder sich an einen Fluence-Experten wenden, der Sie von Anfang bis Ende begleitet!


